Zehn Fragen. Ein Befund. Keine Schönfärberei.
Viele Unternehmen haben Umsatzsteuerprozesse. Die wenigsten wissen, ob diese Prozesse in einem § 25f-Streitfall tragen würden. Der USt-TCMS Quick Scan beantwortet genau diese Frage — nicht mit einem Gutachten, sondern mit einer ehrlichen Standortbestimmung: zehn Fragen entlang dessen, was Gerichte 2025 tatsächlich geprüft haben — vom Zeitpunkt der USt-IdNr.-Abfrage bis zur dokumentierten Freigabe. Ein Ampel-Ergebnis je Handlungsfeld, ein PDF-Report mit den drei wichtigsten nächsten Schritten. Kostenfrei, vertraulich, in rund fünfzehn Minuten.
Warum eine Standortbestimmung — und warum jetzt
Die Rechtslage ist seit der Kittel-Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs unverändert streng: Wer wusste oder hätte wissen müssen, dass sein Umsatz in eine Umsatzsteuerhinterziehung einbezogen war, verliert Vorsteuerabzug und Steuerbefreiung — in Deutschland kodifiziert in § 25f UStG. Die Beweisfrage entscheidet diese Fälle. Formal muss die Finanzverwaltung das Wissenmüssen nachweisen; praktisch stellt sie Indizien zusammen, und das Unternehmen muss seine damalige Sorgfalt belegen. Die Fachliteratur ist deutlich: Dieser Gegenbeweis gelingt regelmäßig nur, wenn vorher Kontrollsysteme etabliert und dokumentiert wurden.
„Vorher" ist das entscheidende Wort. Nach Anordnung einer Nachschau oder Sonderprüfung lässt sich vieles ordnen, aber nichts mehr nachholen. Der Quick Scan ist deshalb bewusst als Frühindikator gebaut: Er zeigt die Lücken, solange sie sich noch schließen lassen — bevor ein Prüfer sie findet. Und er folgt einer international etablierten Logik: Reifegradmodelle, wie sie die OECD für Steuerbehörden entwickelt hat und wie sie dem Prüfungsstandard IDW PS 980 für Compliance-Management-Systeme zugrunde liegen, beginnen immer mit derselben Frage: Wo stehen wir wirklich — nicht: Wo wollten wir stehen?
Seit Ende 2025 ist die Messlatte dafür konkreter denn je. Der Bundesfinanzhof hat erstmals einen konkreten, zeitpunktbezogenen Prüfkatalog gerichtlich gebilligt — qualifizierte USt-IdNr.-Bestätigung, Identitäts- und Vertretungsprüfung, Handelsregisterauszug, Ausweiskopie, vertragliche Zusage: genau die Punkte, die der Scan abfragt. Und die Kommentarliteratur benennt den Kipppunkt ohne Umschweife: „Liegen hinreichende Indizien für das Wissen vor, kommt es de facto zu einer Beweislastumkehr." Der Scan zeigt, ob Ihre Dokumentation diesem Kipppunkt standhielte.
Für wen der Scan gebaut ist
Der Quick Scan richtet sich an Geschäftsführer, CFOs und Steuer- oder Complianceverantwortliche mittelständischer Unternehmen mit EU-Lieferketten — Großhandel, Elektronik und Mobilfunk, schnelldrehende Konsumgüter, Onlinehandel und Plattformgeschäft, Importeure, Einkaufsorganisationen. Also überall dort, wo Ware schnell bewegt wird, Gegenparteien wechseln und die Marge über kurze Handelsstrecken verdient wird. Das ist keine Branchen-Anklage, im Gegenteil: Branchenrisiko löst Prüfungspflichten aus, es begründet keine Schuldvermutung. Aber wer in einem Umfeld handelt, das die Finanzverwaltung als risikobehaftet einstuft, sollte wissen, wie seine eigene Beweislage aussieht — bevor jemand anderes sie bewertet.
Auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer nutzen den Scan als Kooperationsinstrument: als strukturierten Einstieg, um mit Mandanten über USt-Lieferkettenrisiken zu sprechen, ohne sofort ein Großprojekt aufzurufen. Wir verstehen uns hier ausdrücklich als Spezialisten an der Seite der laufenden Beratung, nicht als deren Ersatz.
Die zehn Fragen
Der Scan führt Sie durch zehn Handlungsfelder. Hinter jeder Frage stehen zwei bis vier präzisierende Unterpunkte; hier die Kernfragen im Überblick:
- Risikolandkarte: Welche Waren- und Leistungsgruppen, Länder und Vertriebskanäle erzeugen in Ihrem Geschäft erhöhtes Umsatzsteuer- oder Karussellrisiko?
- Auffällige Gegenparteien: Welche Geschäftspartner sind neu, margenauffällig oder logistisch ungewöhnlich — und wem im Haus fällt das systematisch auf?
- Prüfzuständigkeit: Wer prüft USt-IdNr., Registerlage, Bankverbindung, Adresse, wirtschaftlich Berechtigte und Lieferweg — und wird das Ergebnis mit Datum und Verantwortlichem festgehalten?
- Ersttransaktionen: Welche ersten Geschäfte mit neuen Partnern lösen eine vertiefte Prüfung aus — und welche laufen ungeprüft durch?
- Eskalationsregeln: Welche Warnsignale führen zwingend zu einer Freigabe durch Steuer- oder Rechtsfunktion — bis hin zur Geschäftsführung?
- Datenverknüpfung: Wie werden Rechnung, Zahlung, Lieferung und Buchung so verbunden, dass sie eine konsistente Geschichte erzählen?
- Meldekonsistenz: Wie gleichen Sie Zusammenfassende Meldung, USt-ID-Bestätigungen, ERP-Daten und Belegnachweise ab?
- Fehler- und Korrekturprozess: Gibt es einen definierten Prozess für die Berichtigung nach § 153 AO, wenn ein Fehler entdeckt wird?
- Krisenfähigkeit: Existiert eine Notfallkarte für Nachschau, Durchsuchung und Arrest — wer macht was in den ersten Stunden?
- Versicherungsschutz: Sind D&O-, Straf-Rechtsschutz- und Warenkreditversicherung auf USt-Risiken geprüft, samt Meldefristen im Ernstfall?
Schon die Lektüre der Fragen hat diagnostischen Wert: Wer bei dreien zögert, weiß, warum sich der Scan lohnt.
So funktioniert das Ergebnis
Ampel je Handlungsfeld, nicht nur Gesamtnote. Jede Antwort wird einem von drei Befunden zugeordnet: Grün (Feld ist adressiert und dokumentiert), Gelb (Feld ist teilweise adressiert — typischerweise gelebt, aber nicht beweisbar) oder Rot (Feld ist offen — hier entstünde im Streitfall die Beweislücke). Das Gesamtbild zeigt der Tacho; die Musterung der zehn Felder zeigt, wo anzusetzen ist.
PDF-Report per E-Mail. Nach Abschluss erhalten Sie einen kompakten Report: Ihr Ampelprofil, eine Einordnung je Handlungsfeld und die drei Schritte mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Beweiswert. Der Versand erfolgt nach Double-Opt-in — Sie bestätigen Ihre E-Mail-Adresse, bevor der Report verschickt wird. Keine Weitergabe an Dritte, Löschung auf Zuruf, kein Newsletter ohne gesonderte Einwilligung.
Realistische Erwartung: Die wenigsten Häuser sind durchgängig grün — und das ist kein Alarmsignal, sondern der Normalbefund eines Mittelständlers, der bisher auf gelebte, aber undokumentierte Sorgfalt gesetzt hat. Gelb heißt: Substanz vorhanden, Beweisbarkeit fehlt. Genau dort liegt der größte Hebel.
Zwei Muster sehen wir dabei immer wieder. Erstens das Dokumentationsgefälle: Die Felder 1 bis 4 sind grün, weil geprüft wird — die Felder 6 und 7 sind rot, weil die Prüfungen nirgends verknüpft abgelegt sind. Das Unternehmen ist sorgfältig, könnte es aber nicht zeigen. Zweitens die Krisenlücke: solide Prävention, aber kein Plan für Nachschau, Durchsuchung oder Arrest und ungeprüfte Versicherungsbedingungen (Felder 9 und 10). Beide Muster sind mit überschaubarem Aufwand korrigierbar — wenn man sie kennt, bevor der Ernstfall sie aufdeckt.
Was der Quick Scan ist — und was er nicht ist
Hier sind wir bewusst präzise, weil Vertrauen mit Erwartungsmanagement beginnt. Der Quick Scan ist eine Standortbestimmung — kein Gutachten, kein Testat, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Er prüft Strukturen, nicht Transaktionen; er bewertet Ihre Selbstauskunft, nicht Ihre Akten. Ein grünes Ergebnis ist kein Safe Harbour, kein Zertifikat und keine Freizeichnung — und ein rotes Ergebnis ist kein Schuldvorwurf, sondern eine Arbeitsliste.
Auch das gehört zur Ehrlichkeit: Durch die Teilnahme entsteht kein Mandatsverhältnis. Wenn Ihr Befund vertiefte Prüfung nahelegt, sagen wir Ihnen das — und ebenso, wenn aus unserer Sicht kein Handlungsbedarf besteht. Eine Standortbestimmung, die jedem Teilnehmer denselben Beratungsbedarf attestiert, wäre keine.
Warum diese Zurückhaltung? Weil die Rechtsprechung sie verlangt. Der Europäische Gerichtshof entscheidet Wissenmüssen-Fälle einzelfallbezogen; pauschale Unbedenklichkeitsbescheinigungen kann es deshalb nicht geben. Was es geben kann — und was die Verwaltung selbst anerkennt —, ist die Indizwirkung funktionierender Kontrollsysteme: Nach dem Anwendungserlass zur Abgabenordnung kann ein innerbetriebliches Kontrollsystem gegen Vorsatz und Leichtfertigkeit sprechen. Der Quick Scan misst, wie weit Ihr Haus von einem solchen System entfernt ist.
Vom Befund zum System
Der Report endet nicht im Ungefähren, sondern verweist auf konkrete Bausteine — je nachdem, wo Ihre gelben und roten Felder liegen:
- Fehlen Eskalationsregeln und Freigabestufen (Fragen 2, 4, 5), ist das Ampel-System für das Tagesgeschäft der nächste Schritt.
- Fehlt die methodische Prüfspur (Fragen 3, 6, 7), setzt der Proof of Check mit seinen sieben Bausteinen an.
- Fehlt die geordnete Beweisablage (Fragen 6–10), beginnt die Arbeit am Evidence Pack.
- Und wer akuten Anlass hat — laufende Prüfung, Bescheid, Durchsuchung —, geht nicht über den Scan, sondern direkt in die vertrauliche Ersteinschätzung.
Wer den Befund anschließend in ein prüffestes System überführen will, findet den Weg dorthin gesondert beschrieben: Vom Scan zum System: USt-TCMS aufbauen nach IDW PS 980.
Das Gesamtbild der Verteidigungsarchitektur zeigt die Übersichtsseite Umsatzsteuer-Compliance und USt-TCMS. Workshops und vertiefte Module bieten wir zum Festpreis je Modul auf Anfrage an — der Quick Scan selbst bleibt kostenfrei und unverbindlich.
Vertraulichkeit und Datensparsamkeit
Der Scan fragt keine Geschäftsgeheimnisse ab: keine Kundennamen, keine Lieferantenlisten, keine Beträge. Er arbeitet mit Strukturfragen („Gibt es …? Wer macht …? Ist dokumentiert …?"). Für den Report benötigen wir eine E-Mail-Adresse; Name und Unternehmensangaben sind freiwillig. Wer anonym bleiben und dennoch sprechen möchte, nutzt die anonyme Fallskizze auf der Seite Vertrauliche Ersteinschätzung. Dokumenten-Uploads sind im Scan bewusst nicht vorgesehen — Unterlagen gehören erst nach Konfliktprüfung und über einen gesicherten Weg in eine Mandatsbeziehung.
FAQ
Ist der Quick Scan wirklich kostenfrei — und was ist der Haken?
Er ist kostenfrei, und der „Haken" ist transparent: Der Scan ist unser Kennenlernformat. Wenn Ihr Befund Handlungsbedarf zeigt, schlagen wir Ihnen passende nächste Schritte vor — ob Sie sie mit uns gehen, entscheiden Sie. Es entsteht keine Verpflichtung und kein Mandatsverhältnis.
Wie lange dauert der Scan, und wer sollte ihn ausfüllen?
Etwa fünfzehn Minuten. Am aussagekräftigsten sind die Antworten, wenn Geschäftsführung oder CFO gemeinsam mit der Person antwortet, die Steuer- oder Compliance-Themen verantwortet — die Differenz zwischen beiden Perspektiven ist oft selbst ein Befund.
Ist das Ergebnis ein Gutachten oder Testat?
Nein. Der Quick Scan ist eine strukturierte Standortbestimmung auf Basis Ihrer Selbstauskunft — kein Gutachten, kein Testat nach IDW PS 980, keine Einzelfall-Rechtsberatung. Er zeigt Handlungsfelder; die Prüfung konkreter Transaktionen und Rechtsfragen bleibt einer Mandatsbeziehung vorbehalten.
Was passiert mit unseren Antworten und Daten?
Report-Versand nur nach Double-Opt-in; keine Weitergabe an Dritte; Löschung auf Anforderung. Der Scan fragt bewusst keine Geschäftsgeheimnisse, Kundennamen oder Beträge ab. Vertraulichkeit ist bei uns kein Marketingwort, sondern Berufspflicht.
Wir haben bereits ein Tax-CMS — lohnt der Scan trotzdem?
Gerade dann. Viele Systeme sind auf Ertragsteuer- und Deklarationsrisiken gebaut und lassen die spezifischen USt-Felder offen: Lieferkettenprüfung, Eskalation, Beweisablage, Krisenkarte, Versicherungsschnittstelle. Der Scan zeigt in fünfzehn Minuten, ob Ihr CMS diese Felder abdeckt.
Was, wenn bei uns bereits eine Prüfung oder ein Bescheid läuft?
Dann ist der Scan das falsche Instrument — nicht, weil er schaden würde, sondern weil Sie Schnelleres brauchen. Nutzen Sie die vertrauliche Ersteinschätzung oder die Telefon-Direktlinie; in Akutfällen klären wir zuerst Fristen, Vollziehung und Sofortmaßnahmen.
Quick Scan starten. Zehn Fragen, rund fünfzehn Minuten, Ampel-Ergebnis sofort — PDF-Report nach Double-Opt-in per E-Mail. Kostenfrei und unverbindlich. Quick Scan starten →
Lieber direkt sprechen?
Vertrauliche Ersteinschätzung anfragen — auf Wunsch als anonyme Fallskizze, Rückmeldung binnen 24 Stunden an Werktagen. Ersteinschätzung anfragen →
Akuter Anlass?
Prüfung, Bescheid, Durchsuchung oder Arrest: Telefon-Direktlinie im Seitenkopf — heute noch Rückruf.