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Lieferanten-Ampel-Check: Neuer Lieferant in zehn Fragen

Zehn Fragen. Ein neuer Lieferant. Ein klares Bild.

Ein USt-ID-Check ist noch kein Prüfsystem — und genau daran scheitern im Streitfall sonst solide Häuser. Dieser Check zeigt Ihnen in vier Minuten, ob Ihr Lieferanten-Onboarding trägt und beweisbar ist: von der USt-IdNr. über Preis und Zahlungsweg bis zur Ablage. Er ist eine Orientierungshilfe für Ihre Prozesse, keine Rechtsberatung und keine Bewertung eines konkreten Lieferanten — ausgewertet ausschließlich lokal in Ihrem Browser.

So funktioniert der Check

Sie beantworten zehn Fragen zu Ihrem Onboarding-Prozess mit Ja, Nein oder Weiß nicht — gedacht als Blick auf Ihre gelebte Praxis, nicht auf den Idealprozess im Handbuch. Ihr Ergebnis erscheint sofort als Ampel, berechnet lokal in Ihrem Browser; hier zählt „Weiß nicht" wie „Nein", denn was Sie nicht belegen können, schützt Sie im Ernstfall nicht. Je nach Farbe folgt der passende nächste Schritt: Leitfaden, Rückruf oder Akutlinie — Sie entscheiden, wir liefern. In vier Minuten sehen Sie, wo Ihr Onboarding steht.

Die Ampel bewertet Ihre Antworten, nicht Ihr Unternehmen. Sie ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls.

Was das Ergebnis bedeutet

Grün heißt: Ihre Kontrollen tragen — die wesentlichen Prüfschritte existieren und sind belegbar. Jetzt gilt: dokumentieren, was heute gut läuft, und die Disziplin bei Re-Checks halten. Grün ist ein Zustand, kein Besitzstand; er bleibt nur, wenn der Prüfpfad auch bei Änderungen greift.

Gelb heißt: Das Fundament steht, aber einzelne Kontrollen fehlen oder sind nicht belegbar — der Normalbefund im Mittelstand, der bisher auf gelebte, aber undokumentierte Sorgfalt gesetzt hat. Nicht stoppen, sondern schließen: Meist sind es zwei, drei Prozessschritte — ein Preisvermerk, ein Re-Check-Anlass, eine geordnete Ablage —, die aus Gelb ein belastbares Grün machen.

Rot heißt: Wesentliche Kontrollen fehlen oder wären in einer Prüfung nicht vorzeigbar. Das ist kein Vorwurf — aber ein klarer Arbeitsauftrag: erst ein Mindest-Prüfpfad für Neuaufnahmen, dann die geordnete Nacharbeit im Bestand. Kein hektisches Umbauen, sondern Reihenfolge. Wenn ein konkreter Lieferant der Anlass ist, gehört er zuerst auf den Tisch.

Warum diese Fragen

Die zehn Fragen bilden den Prüfpfad ab, den Rechtsprechung und Verwaltung tatsächlich anlegen, wenn sie später fragen, ob ein Unternehmen „hätte wissen müssen".

Der Maßstab kommt vom Europäischen Gerichtshof: Nach der Kittel-Rechtsprechung verliert Vorsteuerabzug und Steuerbefreiung, wer wusste oder hätte wissen müssen, dass sein Umsatz in eine Hinterziehungskette einbezogen war. Die Gegengrenze zieht Mahagében: Niemand schuldet die Durchleuchtung seiner gesamten Vorlieferkette — verlangt ist die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns, vertiefte Prüfung erst bei Anhaltspunkten. Zwischen diesen beiden Polen liegt das Onboarding: Basisprüfung für jeden neuen Partner, Vertiefung bei Anlass, alles dokumentiert.

Wie diese Basisprüfung konkret aussieht, hat der Bundesfinanzhof Ende 2025 erstmals höchstrichterlich vorgezeichnet: qualifizierte Bestätigungsabfrage der USt-IdNr., Prüfung von Identität und Vertretungsmacht, Handelsregisterauszug, dokumentierte Zusagen — und zugleich ein Überspannungsverbot: Mehr als das Zumutbare schuldet niemand. Die Fragen 1, 2, 8 und 10 folgen diesem Katalog fast wörtlich. Das BMF-Schreiben zu § 25f UStG benennt in den Randziffern 15 ff. die Anhaltspunkte, die eine Vertiefung auslösen — unerklärlich günstige Preise, branchenfremde Abwicklung, ungewöhnliche Zahlungswege; die Fragen 3 bis 7 machen daraus konkrete Prozessschritte. Die Typologie-Arbeit der Financial Intelligence Unit bestätigt dieselben Muster aus der Ermittlungspraxis, allen voran Drittkonten und nicht nachvollziehbare Warenwege. Und die jüngere EuGH-Rechtsprechung liefert zwei Präzisierungen: Der Registrierungsstatus des Lieferanten und das Rechnungsbild gehören in die Basiskontrolle — zugleich ist die bloße Registerstreichung eines Partners kein Automatismus gegen Sie, sondern ein Prüfanlass.

Die Gewichtung folgt der Beweislogik: USt-IdNr., Preisplausibilität, Zahlungsweg und Ablage zählen dreifach — es sind die Punkte, an denen Streitfälle entschieden werden. Und dass „Weiß nicht" wie „Nein" zählt, ist keine Härte, sondern Ehrlichkeit: Im Ernstfall zählt nicht, was irgendwo geprüft wurde, sondern was Sie zeigen können. Wie aus diesem Prüfpfad ein System mit Eskalationsregeln wird, zeigt das Ampel-System für das Tagesgeschäft; die fachliche Tiefe zur anlassbezogenen Prüfung liefert die Seite Lieferantenprüfung ohne Generalverdacht.

Hinweis für den Kfz-Ankauf (Juli 2026): Prüfen Sie zusätzlich, ob die umsatzsteuerliche Vorgeschichte des Fahrzeugs (Regelbesteuerung oder Differenzbesteuerung nach § 25a UStG) belegt ist — die EPPO-Ermittlung „Huracán" zielt gerade auf Abnehmer unklarer „Margin Cars". Diese Prüffrage nehmen wir mit dem nächsten Check-Update auf.

FAQ

Ist dieser Check Rechtsberatung?

Nein. Der Check ist eine unverbindliche Orientierungshilfe zu Ihrem Onboarding-Prozess — nach offengelegter Logik, ohne Bewertung eines konkreten Lieferanten oder Einzelfalls. Es entsteht kein Mandat. Ob ein bestimmter Geschäftspartner Anlass zur Vertiefung gibt, klären wir im Gespräch — vertraulich und unverbindlich.

Werden meine Antworten übertragen oder gespeichert?

Nein. Die Auswertung läuft ausschließlich lokal in Ihrem Browser. Erst wenn Sie im Anfrageformular ausdrücklich einwilligen, wird Ihr Ergebnis (Ampelstufe und Punktzahl) mitgesendet — Einzelantworten nur nach gesondertem Haken. Beides ist standardmäßig aus.

Was passiert bei Rot?

Kein Grund zur Panik, aber zur Reihenfolge: Bei den nächsten Neuaufnahmen greift ein Mindest-Prüfpfad mit dokumentierter Freigabe; der Bestand folgt geordnet. Gibt ein konkreter Lieferant akut Anlass zur Sorge, klären wir das über die Akutlinie zuerst — vertraulich, auf Wunsch als anonyme Fallskizze, mit Rückmeldung noch heute.

Ersetzt der Check eine Lieferantenprüfung im Einzelfall?

Nein. Der Check misst Ihren Prozess, nicht Ihre Partner. Die Prüfung eines konkreten Lieferanten — Register, Substanz, Zahlungsweg, Warenweg — bleibt Einzelfallarbeit. Ob Ihr Einkauf im Tagesgeschäft Warnsignale sieht, zeigt ergänzend der Missing-Trader-Quick-Check.

Ihr nächster Schritt

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